Odysee eines “Working-Class Antiheroes”: Mammuth (2010)

Meine Liebsten Szenen sind jene, wo wir Mammuth einfach nur französische Landstraßen hinunterfahren sehen. Gerard Depardieu verkörpert diesen Mann: wuchtig, massig, und mit einem Gesicht wie aus Stein gemeißelt, wenn er auf die Landstraße blickt; es ist dort so viel eingemeißelt, dass es zu betrachten kaum langweilig wird.



Nach seinem letzten Tag im Schlachthaus geht Mammuth (Gerard Depardieu) in Rente und hat scheinbar nichts mehr vor sich als ein Puzzel mit 997 Teilen. Da ihm aber für seine Rente 10 Dokumente fehlen, schwingt er sich auf sein altes Motorrad und fährt seine alten Arbeitgeber ab: Dorfkneipen, Rummelplätze und Clubs in Frankreichs tiefster Provinz. Eine Reise in die Vergangenheit.

Im Hause seines Bruders trifft er auf Solange (Miss Ming), ein entrücktes Mädchen, dass bizarre Kunstwerke aus Kuscheltieren zusammennäht. Der Idiot und die Verrückte werden einen Moment lang das einzig positive Paar des Films – eine optimistische Weltsicht ist das nicht.

Mammuth experimentiert. Wenn Depardieu den Strand nach Münzen absucht, ist das gut. Wenn Isabelle Adjani mit Horrorfilmmakup die zwanzigjährige, verstorbene Geliebte Mammuths darstellt weniger.

Am Ende will der Roadtrip sich nicht zu einer Geschichte verknüpfen. Und dem Zuschauer bleibt nur Depardieus Statur im Kopf: Mammuth. 

Der Hollywood Reporter sieht es ähnlich:

http://www.hollywoodreporter.com/hr/film-reviews/mammuth-film-review-1004069576.story 

Hier die Mappe von der Berlinale:

http://www.berlinale.de/external/de/filmarchiv/doku_pdf/20105362.pdf

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