Die Blechtrommel
Von links nach rechts stehen auf der Bühen aufgereiht: Mario Adorf, der unter schönem weißen Haar kohlsche Ausmaße angenommen hat, Volker Schlöndorff, ein kleiner Mann mit schmalem Lächeln und schmalem Schnurrbart der es sichtlich geniest in bestem französisch, englisch und deutsch zum Publikum zu sprechen, und schließlich David Bennent, ehemals Oskar Matzerath, ein Mann in den Vierzigern mit verbrauchtem Gesicht und kurzem schwarzen Haar, eine merkwürdige Gestalt wie man Sie in einer berliner Eckkneipe finden würde, mit schwarz umrandeten Augen und schwarzen Ketten über dem wallenden Hemd.
Dieser Mann war einmal das Kind Oskar Matzerath, und das ist wohl eine jener Sternstunden, die für den Funkelnden zu früh kam. Man sieht dem Mann an, dass er nie an den Erfolg des Kindes anknüpfen konnte. Ein frühdeutscher Macaulay Culkin.
Ob der Film selbst durch den “Directors Cut” gewonnen hat ist zu bezweifeln. Diese Version war doch einen Hauch zu lang für den Oskar. Einige “pikante” Szenen sollen aber auch hinzugefügt worden sein. Am Ende waren die Honorationen (der deutsche Kulturminister usw.) begeistert, und der Saal klatschte. “Die Blechtrommel” ist ein genialer Film, daran ist kaum zu rütteln. Aber wie vergangen seien Entstehung ist, sieht man an der Ruhe auf den guten Plätzen, wenn Oskar Matzerath “WILL Orgie” vorgelesen bekommt.
P.S.:
Immer wieder erheiternd die Youtoubekommentare. Ein frischer, intellektuell unverstellter Blickwinkel: “Boah dieses verfickte scheiß mongo kind, wenn der schreit und rumtrommelt könnt ich dem nur in die fresse schlagen”