May 2010
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Abgesang
Auf den breiten Gehwegen vor dem canner Bahnhof rieben sich am Samstag vor Festivalende Massen von Kommenden gegen Massen von Gehenden. Die kommenden sind vor allem junge Mädchen aus Nizza, in kurzen Röcken und langen Wimpern; zur Croisette pilgernd um dort noch oder einmal den erschöpften Sternchen ein Fotos oder eine Nächte abzuringen.
Die Gehenden wirken machmal verloren, als hätten sie nicht...
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Skitzen zwischen schlechten Filmen
Gestern nur schlechte Filme, deren Namen nicht erwähenswert sind. Desweiteren einschläfernde, Experimentalkurzfilme.
Am abgesperrten Strand hinter den kleinen weißen Ländertipis liegen die Besucher des 63 Filmestivals in Cannes in der Sonne. Unter ihnen eingeschlichene wie Ich, die nach dem Kaffe süchtig geworden sind, den man bekommt, wenn man sich nach Italienischen coproduktionen erkundigt.
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5 x Favela, por nos mesmos
5 x Favela, por nos mesmos, auf deutsch “5 x Favelas, nun von uns selbst” ist eine Sammlung von fünf Kurzfilmen, von fünf Regisseuren die selbst in den Favelas aufgewachsen sind. Laut Hollywoodreporter wurde immer mit der selben Crew gedreht.
Die Qualität der Filme war beeindruckend. Vor allem aber brachen Sie mit dem mitleidigen Ton der vielen großen Produktionen zu eigen ist, wenn...
Die Blechtrommel
Von links nach rechts stehen auf der Bühen aufgereiht: Mario Adorf, der unter schönem weißen Haar kohlsche Ausmaße angenommen hat, Volker Schlöndorff, ein kleiner Mann mit schmalem Lächeln und schmalem Schnurrbart der es sichtlich geniest in bestem französisch, englisch und deutsch zum Publikum zu sprechen, und schließlich David Bennent, ehemals Oskar Matzerath, ein Mann in den Vierzigern mit...
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Les amours imaginaires (Heartbeats)
Dieser Junge hat alles: Schauspieler mit sechs, mit achtzehn der erste Langfilm („J’ai tué ma mère“, 2009) fertig, mit einundzwanzig läuft sein Zweiter als „un certain regard“ in Cannes. Wurde es Xavier Dolan in die Wiege gelegt? Vielleicht. Aber der Film ist so gut, dass auch der Neider nicht drum herum kommt zuzugeben: echtes Talent; Genieverdacht sogar. Ich hoffe nicht in Berlin zu sein,...
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deutschland und internet: „Unter dir die Stadt“...
Hinter der Absperrung wo der rote Teppich beginnt eine Weile nichts, dann ein Herr im Jackett einen Staubsauger Stufe für Stufe herunterführt. Die Menschen scheinen das gewohnt zu sein, keiner macht Bilder.
Die Warteschlangen für den neuen Film Christoph Hochhäusler, „Unter dir die Stadt“. Neben mir, hinter einer schmalen Absperrung die unsere Schlangen trennt, ein Paar: eine berliner...
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Il Gepardo (Visconti)
Damen mit weiten weißen Rückpartien, einige Solariumerben, viele schwarze Anzüge: alle strömen Sie in den Saal. Um Benico del Toros Platz bildet sich schnell eine kleine Menschentraube bewaffnet mit Stiften und spitzen Blicken. Ein Leibwächter mit Spitzbärchen hält sie zurück. Die Dame vor mir springt immer wieder auf, fährt ein Objektiv heraus und lächelt breit. Wenn der Leibwächter nicht im Weg...
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zu beginn:
Das Los kostet fünf Euro und zwischen dem naturfarbenen Schuhkarton in dem es verschwindet und seiner Aufschrift liegen Welten: „Festivals de Cannes“. Handgeschrieben, in einer Mädchenschrift mit rechtsdrall. Hinter dem Tresen des „Bureau des Art“ steht ein adrettes pariser Mädchen mit schulterlangem braunem Haar und Seitenscheitel, lächelt, und sagt heute Abend werde gezogen. Ob man bei der...